Sommertage

Diese riesengroße Hitze
macht, dass ich im Sitzen schwitze,
schwitze … sitze … sitze … schwitze,
nicht viel mehr erlaubt die Hitze.
Hin und wieder tauch’ ich ein,
in das kühle Nass hinein,
nun ja, allzu kühl ist’s nicht,
vielmehr lau – kalt eher nicht.
Tag um Tag hab’ ich gewartet,
dass der Sommer richtig startet.
Und auf einmal, über Nacht,
war die Sommerzeit erwacht.
Über Nacht wurd’s glühend heiß,
runter rinnt der heiße Schweiß,
corpus möchte lieber ruh’n,
statt aktiv sehr viel zu tun.
Auch das Hirn schwitzt innen drin,
drei Synapsen sind schon hin …
womöglich sind es doch schon mehr,
zumindest fällt das Denken schwer:
Metrum und Kadenz, die zwei
sind mir heut’ fast einerlei,
Gedanken ziehen träge Schleifen …
es ist zu heiß, Ideen zu greifen …
Früher war’s, so scheint es mir,
nicht so heiß – so heiß wie hier
und jetzt – und nicht so schwül,
vor allem nachts annehmlich kühl.
Früher war’s … oh weh, oh nein …
Das darf doch bitte nicht wahr sein:
Ein „Früher-war’s…“ als Satzanfang,
so fang ich besser gar nicht an …!
Nein, nein, ich mag mich nicht beklagen,
schon zweimal nicht an Sommertagen,
mag genießen, Sonne tanken …
Puuuh, seit wann bringt Hitze mich ins Wanken?
Mich, die Sonnenstrahlverliebte,
die, für die’s nicht Schön’res giebte,
ach nein: gab – Präteritum –
ist diese Zeit nun wirklich um,
als ich jeden Strahl aufsog,
mit dem Sonnenlauf mitzog,
Tag für Tag, ja Strahl um Strahl
mich der Sonne anbefahl?
Ob es wohl die Lenze sind
(bin schon lange nicht mehr Kind,
nicht mal jung mehr bin ich nun),
die Zusatz-Lenze, die das tun,
die bewirken, dass ich mir
diesen Platz im Schatten hier
statt der Sonnenliege dort
reservier’ und diesen Ort
nicht mehr verlass, bis irgendwann
die Sonne sinkt … und ich sodann,
als wechselwarmes SonderTier,
man glaubt es kaum – tatsächlich frier’?
Ob ich wohl hallu-zi-nier’,
oder gar schon deri-lier’?
Ach, was soll’s, ich bleib dabei:
Es ist Sommer – juppidei!




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